Mariendorfer SV 06 e. V.

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So fing alles an....

Der 01.06.1906 ist ein Freitag. Mariendorf ist eine selbständige Gemeinde. In der Mitte Mariendorfs steht seit Jahrhunderten an der Stelle, wo sich die Dorfstrasse und die Berliner Strasse treffen, die alte Dorfkirche. Die Stadtgrenzen Berlins, der Hauptstadt des Deutschen Reiches, liegen einige Kilometer nördlich.

Der 01.06.2006 ist ein Donnerstag. Die alte Dorfkirche hat ein weiteres Jahrhundert überstanden. Die Straßenkreuzung allerdings wurde umbenannt. Aus der Berliner Strasse ist der Mariendorfer Damm geworden, die Dorfstrasse heißt heute Alt-Mariendorf. Mariendorf ist ein Ortsteil des Berliner Stadtbezirks Tempelhof - Schöneberg und die Berliner Stadtgrenzen liegen einige Kilometer südlich.

1907_Gruendungsfoto_MBC
Juli 1907 Mariendorfer Ballspiel Club

Sozusagen das Gründungsfoto des Vereins, entstanden im Juli 1907, Blumenweg Ecke Gersdorfstraße.
Gründungsdatum ist der 01.06.1906.
Stehend von links: W. Königsberger, W. Andreas, W. Ring, L. Westphal, P. Oppermann
knieend von links: W. Lück, Grapentin, W. Frick
liegend bzw. sitzend von links: Böhl, P. Ebel, M. Hedrich.
W. Lück war in den 1930er Jahren Verbandsfunktionär und Kassierer des MBC, Paul Ebel war nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs 1950 jahrelang 1. Vorsitzender

 

In 100 Jahren hat sich viel verändert. Die Menschen haben viel erlebt. Unfassbares Leid und Unglück wechselte mit wunderbaren Glücksmomenten. Ein Jahrhundert war erst in der Landgemeinde, später seit der Schaffung Groß-Berlins im Jahre 1920 im Berliner Ortsteil Mariendorf unser Verein ein Begleiter für viele Menschen. Viele fanden hier Anschluß und Freunde, einige sogar die Liebe ihres Lebens. Der Verein hat vielen nach schweren Schicksalsschlägen Halt gegeben und ihnen geholfen, das Leben wieder lebenswert zu betrachten. Der Mariendorfer SV 06 und seine beiden Ursprungsvereine Mariendorfer BC 06 und SC Mariendorf 1926 sind in 100 Jahren vielen ein Stück Heimat gewesen. Wenn es also den Mariendorfer SV 06 nicht schon 100 Jahre geben würde, wäre es an der Zeit, ihn zu gründen.

Aber schauen wir zurück.....
Im Jahre 1906 wird im wilhelminischen Deutschland der Sport, der von der britischen Insel den Weg nach Mitteleuropa gefunden hat, von den meisten Menschen mit Misstrauen betrachtet. Und so ist es kein Wunder, dass die Eltern der jungen Männer, die an diesem Freitag, dem ersten Junitag des Jahres 1906, einen Fußballverein gründen wollen, etwas gegen den rohen Sport haben und ihren Sprösslingen jegliche Unterstützung versagen. Das Geld ist knapp, aber man ist mit einem Zimmermann befreundet. Der stellt Torpfosten auf, befestigt daran mit Scharnieren die Querlatten und der Spielbetrieb kann aufgenommen werden. Der Besitzer des sogenannten Dreiecks Königstrasse/Gersdorfstrasse/Blumenweg erteilt die Genehmigung zur Nutzung des Areals. Ihren Verein nennen die jungen Männer Mariendorfer Ballspiel-Club.

1910_MBC
Der MBC im Jahre 1910

1913_MBC
Der MBC im Jahre 1913

 

So vergehen die ersten Jahre. Der erste Aufstieg gelingt 1916. Die Heimspiele werden jetzt an der Rixdorfer Strasse ausgetragen, dort, wo sich heute das Sommerbad Mariendorf befindet. Der alte MBC-Platz erstreckte sich auch ein klein wenig auf das Gebiet des heutigen Volksparks.
Unser heutiges Vereinsheim liegt also nicht weit von vereinshistorischem Boden entfernt. Der Verein hatte den von einem alten, halb eingefallenen Bretterzaun umgebenden Platz gepachtet.

Die 1.Senioren des Mariendorfer BC 06 im Juni 1916 zum 10jährigen Vereinsjubiläum. Ein Bild entstanden während des 1.Weltkrieges zu Zeiten des zu Ende gehenden Kaiserreichs:
1916_MBC
Die 1. Senioren des MBC im Jahre 1916
Von links: Struhlick, Casper, Franke, Kaspareck, Haack, Krüger, Oppermann, Kantack, Fresdorf, Scharlewski, Andreas, Seeger, Strauch.

 

Kurt Jünemann, geboren 1919, stammt aus einer Großfamilie und ist das jüngste von 14 Geschwistern. Er hat den MBC sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. 4 Brüder und 1 Schwager spielen in den 1920er Jahren beim MBC. Heute, im Jahr des hundertjährigen Vereinsjubiläums ist Kurt mit fast 70 Jahren eigener Vereinszugehörigkeit das unserem Verein am längsten angehörende Mitglied.

Kurt erinnert sich, dass die Spieler sich vor etwa 80 Jahren bei Gastwirt Otto Gehrke umgezogen haben, dort, wo sich heute die Finale-Sportsbar am Mariendorfer Damm befindet. Dann ging es an Kleingärten und Feldern vorbei in Richtung Sportplatz, der ein beträchtliches Gefälle von einigen Metern aufwies. Erst ca. 1928 begann man, den Volkspark Mariendorf anzulegen.

 

Aus der Spielzeit 1923/24 ist der erste größere sportliche Erfolg überliefert, der Aufstieg in die damals sogenannte Gau-Klasse A. Der MBC spielte mit dem TSV Luckau, Ullstein, Lichterfelde, SV Schöneberg, Sport Union, Jahn Neukölln, Sperber und Germania 88 in derselben Spielklasse. Mit 2 Punkten Vorsprung vor Ullstein gelingt der Staffelsieg und somit der Aufstieg. Vom letzten Auswärtsspiel, weit draußen in Luckau, ist eine berichtenswerte Anekdote überliefert. Die Mannschaft des MBC musste mit der Bahnlinie nach Uckro in der Mark Brandenburg fahren, von dort ging es nach Luckau. Vor dem Spiel war der Gastmannschaft ein Wagen für die Rückfahrt nach Uckro versprochen worden. Als das Spiel 2:2 endete, sollte dann um 18.15 Uhr für den bestellten „Lastwagen“ ein Betrag von 25 Mark bezahlt werden. Das war allen für die damaligen Verhältnisse zu teuer und so ist die Mannschaft mit Frauen und Gepäck 8 ½ km im Gewaltmarsch nach Uckro gelaufen, wo der letzte Zug nach Berlin um 20.00 Uhr abfuhr. Mit müden Beinen, aber sehr zufrieden, dass der Aufstieg geglückt war, kehrte man nach Mariendorf zurück.

Am 26. März 1926, übrigens wieder ein Freitag, sitzen am Stammtisch eines Mariendorfer Lokals mehrere Männer zusammen und unterhalten sich von früheren Zeiten, als sie einstmals Fußball gespielt haben. Zu vorgerückter Stunde beschließen sie, diesen Sport wieder auszuüben und einen Sportklub zu gründen. Dieser Abend wird der Geburtstag des SC Krampe. Diesen Namen wählt man, weil sich die Akteure selbst schon als „olle Krampen“ betrachten. Zunächst trifft man sich vor dem Dillges-Grundstück in der Dorfstrasse (heute Alt-Mariendorf) und „bolzt“ mehr oder weniger etwas. Die ersten Schwierigkeiten entstehen, als der SC Krampe seine Mitgliedschaft beim Fussball-Verband beantragt. Vermutlich wegen des ungewöhnlichen Vereinsnamens empfiehlt der Verband den Anschluss an einen größeren Verein. Damit sind die Vereinsgründer allerdings nicht einverstanden, umso weniger, als sie nachweisen können, dass sie über einen eigenen, vom Gaswerk Mariendorf zur Verfügung gestellten Sportplatz verfügen. Genau 11 aktive und einige passive Mitglieder zählt der Club, als er im Herbst 1927 zum Spielbetrieb zugelassen wird. Die ersten Spiele enden mit Niederlagen, danach geht es aufwärts.
1929_SC_Krampe
Juli 1929 SC Krampe, Delegation Jugendtreffen VBB Frankfurt Oder

 

Im Jahre 1928 kann bereits eine zweite Mannschaft angemeldet werden, ein Jahr später, 1929, gibt es die erste Jugendmannschaft.

Der MBC spielt seit dem Aufstieg 1924 sieben Jahre bis 1931 mit wechselnden Erfolgen in der Gau-Klasse A. In der Spielzeit 1930/31, inzwischen werden die Heimspiele im Volkspark Mariendorf ausgetragen, wird der MBC mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Team der Dresdner Bank Staffelsieger und steigt im Jahr des 25jährigen Vereinsjubiläums in die zweithöchste Berlin-Brandenburger Spielklasse auf.

1929_1930_MBC
MBC im Jahre 1929/1930

 

Der Sprung in die Kreisliga war geschafft. Man wechselt vom Volkspark Mariendorf zum alten Viktoria-Platz in der Eisenacher Strasse. Die Gegner in der Kreisliga heißen VfB Luckenwalde, Kickers 1900, Bewag, Berolina LSC, BVG, Hakoah, Reichskredit, Stern 89, Ullstein, Favorit 96 und Germania 88. Nach 3 Spielen liegt man mit 5:1 Punkten auf dem 2.Platz. Die Fussball-Woche schreibt: „Dem MBC scheint die Luft in der Kreisliga gut zu bekommen“. Aber nach einer Niederlagenserie rutscht man immer weiter ab und muss letztlich in den sauren Apfel des Abstiegs beißen.

1931_MBC
1931 MBC Aufstieg in die Kreisliga
Im Jahr des 25jährigen Vereinsjubiläums gelingt der Aufstieg in die Kreisliga, die zweithöchste Berlin-Brandenburger Spielklasse.
Stehend von links: O. Lehmann, O. Jünemann, W. Nieseck, A. Schadow, M. Abraham, R. Bork, P. Kernke, K. Hoffmann, F. Völker, 1. Vorsitzender Walter Schreiber
knieend von links: W. Trebuth, W. Jünemann

 

Kurt Jünemann selbst spielt zuerst in der Schulmannschaft Friedenstrasse (heutige Rudolf-Hildebrand-Schule). 1931 tritt das Team aus der Schule als Jugendmannschaft in den Mariendorfer BC ein. Diese erste Jugendfussballabteilung des MBC gibt es zunächst lediglich für 2 Jahre bis 1933. Vier Jahre später wird Kurt als 18 jähriger Männerfussballer wieder in den MBC eintreten und ihn fortan nicht mehr verlassen.
Die 1.Fussballherrenmannschaft des MBC spielt in jenen Jahren immer in der 1. Kreisklasse. Ein erneuter Aufstieg gelingt vor dem 2. Weltkrieg nicht mehr.

1932 gründete der MBC die erste Jugendmannschaft.

 

1932_MBC_Jugend
1932 Mariendorfer Ballspiel Club, erste Jugendmannschaft

Jugendbetreuer waren Kurt Arnim (ganz links) und Walter Jünemann (ganz rechts).
Von den Spielern sind bekannt: Gerd Gehrke (6. von links stehend), Bruno Jünemann (links knieend) und Niedenführer (links sitzend).

 

Damals hat der MBC auch eine Handballabteilung. Während der Nazizeit wurde der Arbeitersportverein Fichte aufgelöst, der sein Domizil auf dem heutigen Kunstrasenplatz in der Körtingstrasse hatte, weshalb dieser Platz auch heute von vielen noch Fichteplatz genannt wird. Die Handballabteilung der Fichtesportler tritt mit einer Herren- und Damenmannschaft in den MBC ein. Dadurch spielt auch Kurts Frau Charlotte im Verein.

1938_MBC_Damen
1938 Mariendorfer BC Handball-Damen

Die erste Abteilung der Handball-Damen des Mariendorfer BC während des Maskenballs.
Hintere Reihe ganz links: Charlotte Jünemann
1938_MBC_Maskenball
1938 Mariendorfer BC Maskenball
Hintere Reihe von links: Steinborn, unbekannt, K. Jünemann, Pabrocky, unbekannt
vordere Reihe von links: Grimm, Gruhn, Reichel, W. Hoffmann, W. Trebuth
knieend: Kurt Wendt

 

Der damalige 1.Vorsitzende Rudi Koppke wird abgelöst, weil er kein NSDAP-Mitglied war. Otto Rothe muss als Strohmann Parteigenosse werden, weil er sonst einen Verein nicht hätte führen dürfen. Aber die Politik spielt beim MBC nicht die Rolle, die die Herrschenden sich gewünscht hätten. Die Fichtesportler hatten nicht plötzlich eine andere Gesinnung und der MBC war ihre Nische vor der Politik. Ab Beginn des Zweiten Weltkriegs kann der Spielbetrieb nur mit Fronturlaubern aufrechterhalten werden, bis er 1942 ganz eingestellt werden muß. Viele Sportkameraden kehren nicht mehr aus dem Krieg zurück. Charlotte und Kurt Jünemann werden nie vergessen, wie sie damals die Nachricht von den ersten gefallenen Vereinskameraden erreichte. Ganz furchtbar!!

Beim SC Krampe gelingt 1935 die Meisterschaft in der II.Klasse. Ein Jahr später, 1936, bekommt der Verein großen Auftrieb. In Kooperation mit der Gasbetriebsgesellschaft wird auf dem Gelände des Gaswerks Mariendorf eine Sportplatzanlage mit für damalige Verhältnisse vorbildlichen Umkleide- und Baderäumen zur Verfügung gestellt. Der SC Krampe gründet eine Handball- und eine Tennisabteilung und gibt sich bei dieser Gelegenheit einen „neutralen“ Namen. Erstmals nennt sich der Verein Sport-Club Mariendorf. Zu weiteren Meisterschaftsehren kommen 1938 die 2. und 1940 die 3.Mannschaft. Dann kommt der 2.Weltkrieg und reißt auch in den SC Mariendorf große Lücken. Viele Vereinsmitglieder kommen ums Leben, die Sportanlage am Gaswerk Mariendorf wird vollkommen zerstört. Den Spielbetrieb hält der SCM bis 1943 aufrecht, dann kommt er zum Erliegen.

Der Zweite Weltkrieg reißt bei beiden Vereinen große Lücken und der Spielbetrieb wird 1942/43 erst einmal eingestellt.

 

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